KASTRIEREN STATT TOETEN!

Text von Brigitte Post Magazin Zeitpunkt/01.11.2014

Weltweit streunen laut einer Schätzung der World Society for the Protection of Animals (WSPA) mehr als 300 Millionen Strassenhunde. Hunde und Katzen werden deshalb systematisch getötet - gelöst wurde das Streunerproblem auf diese Weise aber nirgends. Trauriges und in seiner Dimension absolut unfassbares Beispiel ist zurzeit Rumänien. Dort wird das Töten der Strassenhunde seit Jahrzehnten erfolglos betrieben. Es gipfelt seit einer Gesetzesänderung letzten Herbst in einem richtigen Abschlachten durch Massentötungen der Strassenhunde. Dies, obwohl bewiesen ist, dass kastrieren statt töten - sprich TN&R (Trap, Neuter & Return) die einzige nachhaltige Lösung ist. Verschiedene Studien beweisen, dass nur konsequente und umfassende Neuter & Return-Programme die Anzahl Streunertiere nachhaltig senken können. Sie beinhalten mehrere Komponenten wie Bildung, Gesetzgebung, Identifizierung, Sterilisation, Halteeinrichtungen, Euthanasie, Impfungen und Parasitenbekämpfung. TN&R steht insbesondere für das Zurückbringen in das angestammte Revier („Return“), wo die kastrierten Tiere ihr eigenes Revier weiter besetzen und so auf natürliche Art neuen Zuwachs verhindern.
Streunende Hunde und Katzen zu erschlagen und zu vergiften ist nicht nur grausam und ethisch untragbar, es macht langfristig schlicht keinen Sinn. Denn auch wenige verbleibende oder neu ausgesetzte Tiere vermehren sich rasend schnell. Das entspricht dem Prinzip der „Holding Capacity“ welches besagt, dass die Anzahl Streunertiere abhängig ist von Futter, Wasser & Platz. Unter Platz versteht man die Umgebung, klimatische Bedingungen und natürliche Feinde. Sobald man Tiere entfernt (z.B. durch Massentötungen, Vermittlung oder Wegsperren), entspannt sich die Lage kurzfristig. Da es aber plötzlich mehr zu Fressen und grössere Reviere gibt, ist ein Welpenboom die Folge. Und in die frei gewordenen Reviere wandern neue Tiere ein. Sei es durch Nachschub an unkastrierten Besitzertieren oder Zuwanderung von Streunern aus benachbarten Revieren.
Es wäre eigentlich einfach: Kastrieren ist die billigste und nachhaltigste Lösung der Streunerproblematik.

Die Stiftung Tierbotschafter.ch hat ein Studiendokument zusammengetragen, welches wissenschaftlich abgestützte Argumente gegen Vergiftungsaktionen, für eine nachhaltige, finanzierbare und erfolgsversprechende Lösung der Streunerproblematik, aufzeigt.

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